Postenschacher: Will Ex-Minister Ludwig (Die Linke) neuen Job im Rathaus?
29. Januar 2021
Obwohl der Bürgerentscheid zur Abwahl von Swen Ennullat aussteht und offen ist, ob sich eine Mehrheit dafür findet, wird im Anti-Ennullat-Korps bereits um den Bürgermeister Posten geschachert. Aus dem Kreis der Linken war hinter vorgehaltener Hand zu hören, dass Stefan Ludwig im Polit-Schacher mitmischen will. Er wollte sich auf Anfrage dazu nicht äußern.
Auffällig ist aber, dass Ludwig urplötzlich eine „Online-Bürgersprechstunde“ abhält. Um auf sich aufmerksam zu machen? Auf Resonanz stieß die bei den Wusterhausener bislang nicht. Für den 27. Januar 2021 und den Folgetagen waren alle Sprechstunden Termine als „frei“ gemeldet.
Als Minister und Notnagel im Brandenburger Justizministerium hat Ludwig zuletzt von sich reden gemacht. Seine Amtszeit wurde von Skandalen begleitet: Ein verurteilter Mörder und ein Neonazi-Brandstifter mussten freigelassen werden, weil das Potsdamer Landgericht überlastet war, zu späte Ermittlungen wegen Korruption bei der Landesbank ILB und im größten Betrugsprozess des Landes um das Schloss Boitzenburg kamen die Täter nach 13 Verfahrensjahren mit milden Strafen davon.
Im Fall der gegenüber der Stadt Königs Wusterhausen falsch abgerechneten Kita Personalkosten eines freien Trägers, taucht auch der Name Stefan Ludwig, Bürgermeister der Stadt von 2002 bis 2009, auf. Wie sein Nachfolger Lutz Franzke (SPD), soll auch Ludwig in seiner Amtszeit zu viel an den Kita-Träger gezahlt haben. Obwohl er Hinweise erhalten haben soll, dass der Kita Träger Eltern Beiträge geringer ansetzte als sie tatsächlich waren, zahlte die Stadt insgesamt einen sechsstelligen Euro Betrag Ausgleich zu viel. Im Mai findet in Cottbus der Prozess gegen den Chef des Trägers statt.
Aufgedeckt hat den Betrugsskandal Swen Ennullat, dem die Genossen der Linkspartei heute in der Abwahlschlacht vorwerfen eine Politik zu betreiben, die angeblich Reichsbürgern und AfD in die Hände spielt.
Ob Ludwigs Visitenkarte Bürger der Stadt im Fall von Ennullats Abwahl und der möglichen Bürgermeister Kandidatur des Ex-Ministers überzeugt, ist fraglich.

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