Stadt will ab Sommer erste Klassen im Gebäude der Montessori-Schule unterbringen
Königs Wusterhausen
Stadt will ab Sommer erste Klassen im Gebäude der Montessori-Schule unterbringen
Die Montessori-Schule auf dem ehemaligen Kasernengelände in Niederlehme-Ziegenhals
16:13 22.12.2020
Bereits ab dem kommenden Schuljahr soll eine Außenstelle der Fontane-Grundschule ins Gebäude der Montessori-Schule ziehen. Das hat Königs Wusterhausens Bürgermeister Swen Ennullat (FWKW) in der SVV bekannt gegeben. Dort zeigte man sich irritiert.
Königs Wusterhausen
Ins Gebäude der Montessori-Schule in Niederlehme soll schon zum kommenden Schuljahr eine städtische Schule einziehen. Das hat Königs Wusterhausens Bürgermeister Swen Ennullat (FWKW) in der Sitzung der Stadtverordneten am Montagabend mitgeteilt.
In der früheren Armee-Schule, in der die Montessori-Schule derzeit Mieter ist, seien 780 Quadratmeter frei und ungenutzt. Diese Räume sollen ab dem kommenden Schuljahr beansprucht werden, um Engpässe in Niederlehme und Zernsdorf abzufangen. Die Räume sollen offiziell als Außenstelle der Fontane-Grundschule in Niederlehme angemeldet werden, so Ennullat. Unterrichtet werden sollen dort vor allem Schüler und Schülerinnen aus Wernsdorf.
In Zernsdorf und Niederlehme fehlt Platz für 36 Kinder
Die zuständige Fachbereichsleiterin Ria von Schrötter rechnete vor, wie knapp die Kapazitäten der Schulen in Zernsdorf und in Niederlehme sind. Die Grundschule in Zernsdorf könne zum kommenden Schuljahr 58 Kinder aufnehmen, mindestens 70 müssten aber versorgt werden. Die Fontane-Grundschule in Niederlehme hat eine Kapazität von 48 Plätzen. Dort warten aber mindestens 72 Kinder darauf, eingeschult zu werden. Für 36 Kinder müssten deshalb neue Räume gefunden werden, so von Schrötter. Der Vorteil in der Schulstraße: Dort könne man die Kinder nicht nur unterrichten, sondern gegebenenfalls auch Hortplätze anbieten.
In der SVV zeigte man sich aus mehreren Gründen irritiert über die Information. Peter Dreher (CDU) monierte, dass die politischen Gremien vorher nicht gefragt wurden. „Wir haben mehrfach darauf hingewiesen, dass auch bei Erweiterungen von öffentlichen Gebäuden die SVV zuständig ist. Wenn Sie einen neuen Hortstandort definieren, sind wir zu beteiligen“, so Dreher. Swen Ennullat sah das anders. „Wir haben dort Räume in einem Schulgebäude zur Verfügung, das uns gehört. So etwas ist ein Geschäft der laufenden Verwaltung. Es wäre mir neu, wenn wir für eine Klassenbildung die SVV beteiligen.“ Für die Wernsdorfer Schüler sei das ein Quantensprung, so Ennullat.
SVV beschließt erneut Container für Zernsdorf
Kritisiert wurde auch, dass zwei Schulen mit unterschiedlichen Unterrichtszeiten im gleichen Gebäude betrieben werden sollen. Die CDU-Fraktion wies darauf hin, dass der Wille der Stadtverordneten für die Lösung des Platzproblems eigentlich ein anderer sei: Die vorhandenen Grundschulen sollen baulich erweitert werden. Passend dazu fasste die SVV am Montag erneut den Beschluss, dass die Grundschule in Zernsdorf mit Hilfe von Containern erweitert werden soll. Dagegen wehrt sich das Rathaus aber. Den ersten Beschluss hatte Swen Ennullat als rechtswidrig beanstandet. Begründung: Eine Erweiterung sei kurzfristig nicht möglich und zudem unwirtschaftlich. Es wird erwartet, dass er auch den zweiten Beschluss beanstandet.
Die geplante Nutzung der Schule in der Schulstraße ist auch deshalb ein Politikum, weil das Rathaus vor wenigen Monaten ohne Rücksprache mit der SVV den Nutzungsvertrag mit der Montessori-Schule gekündigt hat. Swen Ennullat meldete für das gesamte Gebäude Eigenbedarf an. Eine Mehrheit in der SVV setzt sich aber dafür ein, dass die Montessori-Schule dort bleiben kann. Die SVV hat bereits beschlossen, dass der Bürgermeister die Kündigung zurücknehmen muss. Auch diesen Beschluss hat Ennullat aber beanstandet.
Von Oliver Fischer
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